Altdorf 0 - 1 Paradiso

Zwar zeigte sich Tabellenführer Paradiso spielstärker und abgebrühter als das punktebedürftige Heimteam. Die Tessiner schufen sich auch wesentlich mehr klare Torchancen als die Gastgeber und siegten deshalb verdient. Trotzdem. Wie wäre das Spiel wohl verlaufen, wenn Altdorf die Gunst der Stunde genutzt und den Penalty in der 34. Minute zum Führungstreffer verwertet hätte?

Umkämpftes Spiel zwischen Altdorf und Paradiso.  Foto: Andy Scherrer, Schwyz

Umkämpftes Spiel zwischen Altdorf und Paradiso.
Foto: Andy Scherrer, Schwyz

Die Anfangsphase dieses Spiels verlief zwar animiert, aber in beiden Strafräumen tat sich bis zur 15. Minute kaum etwas. Dann zischte ein Schrägschuss eines Tessiners von rechts knapp am Urner Tor vorbei. Fünf Minuten später musste sich dann Kevin Epp im Urner Tor gewaltig strecken. Ein weiter hoher Steilpass aus der Tessiner Hälfte heraus wurde mit Windunterstützung immer länger und der Urner Hüter konnte im letzten Moment klären. In den folgenden Minuten versuchten es die Tessiner dann mit einigen schnellen Ballstafetten, aber Abwehrpatron Toni Pavic wurde von Nino Poletti, Marco Asaro und Routinier André Gnos stark unterstützt, so dass die Tessiner zu keinen weiteren Torabschlüssen kamen. Aber auch die statistisch stärkste Abwehr dieser Liga (bisher 8 Gegentore) war auf der Gegenseite voll auf der Höhe ihrer Aufgabe, so dass Altdorfs Angriffsbemühungen gerade zu einigen Eckbällen, aber zu keinen Torchancen führten. Ab der 30. Minute hatte dann Altdorf seine beste Phase. Cédric Gisler und Pirmin Baumann erkämpften sich auf der rechten Seite mit unerschrockenem Einsatz mehrmals schon in Sechzehnernähe der Tessiner Bälle und stellten mit ihrer Schnelligkeit die Tessiner vor echte Probleme. Ein solcher Tempolauf von Cédric Gisler konnte dann in der 33. Minute von einem Tessiner nur noch regelwidrig gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter brachte dann Calderon Mavembo leider nicht am Tessiner Hüter vorbei und der Nachschuss von Cédric Gisler verfehlte das Tessiner Tor knapp. Danach brauchte es in der 38. Minute eine gute Parade des Tessiner Hüters, der einen stark geschossenen Freistoss von Toni Pavic parierte, um die Altdorfer Führung zu verhindern. Dann lief das Spiel bis zur Halbzeitpause aber mehrheitlich Richtung Altdorfer Tor und in der 44. Minute musste Nino Poletti gar auf der Torlinie retten.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts lag Paradiso dann mehrheitlich im Angriff, ohne jedoch zu klaren Torchancen zu kommen. In der 55. Minute fiel dann aber der Tessiner Siegestreffer. Paradisos Topskorer Iaconis fiel im Sechzehner der Ball vor die Füsse und er nutzte diese Gelegenheit mit einem satten Schuss zum 0:1. Danach sah man auf Tessiner Seite eine starke Abwehrleistung, die dazu führte, dass Altdorf nur gerade in der 79. Minute durch Roko Urlic zu einer echten Ausgleichschance kam. Zudem verschlepptem und verzögerten die Tessiner das Spiel nun bei jeder Gelegenheit. Der bereits verwarnte Peker übertrieb es mit dem Zeitschinden und musste deshalb in der 61. Minute vorzeitig unter die Dusche. Leider hielt diese Überzahl für Altdorf nur gerade vier Minuten an, dann musste Tobias Kirschenhofer das Feld nach einer roten Karte wegen unsportlichem Verhalten ebenfalls vorzeitig verlassen. Altdorf rannte also erfolgslos an und Paradiso vermochte bei seinen Gegenstössen gegen die nun entblösste Urner Abwehr, ein gutes halbes Dutzend hochkarätiger Chancen nicht zu nutzen, so dass es schliesslich beim knappen aber verdienten 0:1 für die Gäste blieb.

Nichts also mit Punktezuwachs und einem gelungenen Rückrundenstart. Doch so wenig bei einem Sieg alles gut ist, ist bei einer Neiderlage alles schlecht. Mit dieser Niederlage ist Altdorf unter den Strich gerutscht. Trotzdem gibt es auf Urner Seite auch Positives zu vermerken. Das Resultat gegen Paradiso ist enttäuschend, die Leistung des Teams ist es nicht. Alle eingesetzten Akteure scheinen den Ernst der Lage erkannt zu haben und bereit zu sein, den Ligaerhalt als Team zu erreichen. Am nächsten Wochenende geht es zum Tabellenletzten Eschenbach. Dort gilt es halt einfach zu punkten.

SR Da Costa
400 Zuschauer
Schützenmatte

FC Altdorf
Kevin Epp
Toni Pavic
Nino Poletti
André Gnos (77. Roko Urlic)
Magnum Paulino
Marco Asaro
Tobias Kirschenhofer
Cédric Gisler (77. Jérôme Kirschenhofer)
Kartal Cil (65. Kerim Bali)
Calderon Mavembo
Pirmin Baumann (65. Markus Zurfluh)

Autor: Peter Fedier

Nächstes Meisterschaftsspiel
Samstag, 23. März 2019, 18.00 Uhr
FC Eschenbach - FC Altdorf I

Ronny Arnold